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Kolumne Westend Anzeiger, 10.03.05 Es gibt Dinge, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen darf. Wenn man seine Schulden nicht mehr zahlen kann zum Beispiel, wenn der Lebensabschnittsgefährte sagt „Mir reicht’s endgültig mit dir“, oder wenn man sich nach der Wiesn nicht mehr an seinen Namen erinnern kann usw. – jedem bekannt, alter Hut, kein Thema. Ein ebenso alarmierender Umstand ist in meinen Augen aber, wenn man im Stammlokal nicht mehr das Gericht erhält, das man dort (a) immer schon gegessen hat und (b) auch weiterhin essen will. In meinem speziellen Fall handelt es sich um den Italiener in meiner Straße. Der hatte eine Gemüselasagne auf der Karte, die sich aber so was von gewaschen hat, wenn man das bei Nudelgerichten sagen kann, man stelle sich vor: Saftig, sahnig, üppig, Riesenportion – mein Leibgericht! Und dann, ich weiß noch, es war ein Dienstag, sagt der Ober doch glatt zu mir: „Haben wir nicht.“ Ganz ohne Umschweife, als sei das das Allerselbstverständlichste von der Welt. Meinem fassungslosen Gesicht muss er entnommen haben, das irgendetwas nicht stimmt, denn er fügte hinzu: „Farfalle mit Pesto?“ Ich nickte nur – dabei hasse ich Pesto und finde Farfalle doof. Nudeln, die aussehen wie Schmetterlinge, das ist doch unnatürlich, eine Nudel hat auszusehen wie eine Nudel. Und Pesto? Davon kann ich einen ganzes Glas für fünf Euro im Supermarkt kaufen, da brauch ich ja wohl nicht ins Restaurant gehen, oder was?! |
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